Montag, 4. April 2016
Vom Tag der Entscheidung & der Hoffnung
So hier bin ich wieder. Um ehrlich zu sein schäme ich mich, dass ich bereits nach so kurzer Zeit meinen Vorsatz hier täglich zu schreiben zerstört habe.

Ich denke bereits der Titel dieses Eintrages lässt vermuten das in der Nächsten Zeit etwas (für mich) wichtiges geschehen wird - um genauer zu sein, morgen ist es so weit: Ich habe einen Termin bei einer caritativen Drogenberatung und dieser Termin wird sowohl über meine Gesundheit als auch über meine Therapie und die Beziehung zu meinen Eltern entscheiden. Um es also kurz zu fassen, der Termin entscheidet über meine gesamte Zukunft.

Mir geht gerade so einiges durch den Kopf. Was wenn der Typ dort so ein konservativer Einfallspinsel ist, der mich am liebsten direkt auf Entgiftung schicken würde? Genauso könnte er mich "auslachen" und mich fragen, warum ich bitte wegen so einer Kleinigkeit bei ihm aufkreuze, schließlich werden die dort zu 90% schlimmere Fälle haben die dazu auch noch weitaus weniger über ihren Konsum informiert und stark süchtig sind.

Eigentlich fühle ich mich deshalb zwar ganz sicher, aber die Angst ist mittlerweile zu meinem heimlichen Begleiter im Alltag geworden. Ich muss Leute anlügen und hoffen nicht kontrolliert zu werden um Strafen und Verachtung zu entgehen. Das sollte nicht so sein müssen.....es ist einfach eine Schande und zerstört mich seit jeher innerlich. Dann ständig diese dummen Anspielungen meiner Eltern wenn mein (ahnungsloser) Bruder daneben sitzt. Sie machen das mit Absicht und sie fühlen sich ja so im Recht.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich hoffe, das denen morgen einmal ordentlich die Meinung gegeigt wird und sie eine wichtige Lektion in Sachen Toleranz dazu lernen. Das würde ihnen sicher nicht schaden...


Was es abseits meiner aktuellen Situation noch zu sagen gibt, ist, dass ich gestern Abend auf dem Geburtstag einer Freundin war und fast alle meine Freunde waren dort. Die Stimmung war super ausgelassen und ich habe viele neue Leute kennen gelernt. Das war zwar sicher auch der Wirkung des an diesem Abend eingenommenen Methylphenidats zuzuschreiben, es macht mich jedoch trotzdem sehr froh, da ich eigentlich eher schüchtern bin und da ich keinen Alkohol trinke sitze ich auf den meisten Partys einfach nur doof mit meinem Besten Freund (ebenfalls Nichttrinker) in der Ecke und unterhalte mich fast nur mit ihm.

Dieses Mal war es jedoch nicht so und die meisten Gäste waren echt cool drauf. Der Abend war also alles in allem wirklich gelungen und hat meinen über die Tage deutlich gesunkenen Stimmpegel ein Stück weit angehoben. Auch das gute Wetter erfreut mich und gibt mir Kraft, da ich die Auswirkungen der seit einer gefühlten Ewigkeiten anhaltenden Winterdepression kaum noch wahrnehme.

Sollte es morgen auch noch gut laufen würde ich mich fast schon als "stabil" bezeichnen. Das morgen die Schule losgeht, habe ich durch all den Trubel ganz vernachlässigt und um ehrlich zu sein stört es mich auch nicht, obwohl ich leider nicht alle Hausaufgaben beisammen habe.
Glücklicherweise bin ich über die Ferien auch meine Nasenspray-Abhängigkeit (fast ganz) losgeworden, was mir im Schulalltag immens helfen wird.

Also meine Lieben, manchmal zahlt sich das abwarten und durchhalten aus.

Ich hoffe morgen geht alles gut und ihr werdet so einen erfolgreichen Tag haben wie er mir bevorstehen mag.

lg Jens.

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